Vor vielen Millionen Jahren waren weite Teile Niederösterreichs von einem subtropischen Meer, der Paratethys, überflutet. Das Ufer dieses Meeres befand sich ca. 360 Meter über dem heutigen
Meeresspiegel.
Auf den unteren Bodenschichten des Wagrams (der Name geht auf eine alte Bezeichnung Wogenrain oder Wogenrand zurück, also auf einen Rain bis zu dem die Wogen eines Flusses oder Meeres gereicht haben)
lagerte einst in vorgeschichtlichen Zeiten die Urdonau, die hier scharf nach Nordosten abbog, ihre Schotterberge ab.
Die Stürme der Eiszeit legten an den Südhängen dieser Schotterberge den Löss, der der Landschaft heute ihr Gepräge und ihre Fruchtbarkeit gibt, bis zu Stärken von 20 Meter auf. Weite Hochflächen, die
von vielen Hohlwegen zerfurcht sind, tragen vorzüglichen Acker- und Weinboden.
Wind und Regen haben die Urdonauablagerungen bearbeitet und abgetragen. Während Schotter- und Konglomeratbänke besser widerstanden, sind Sande und Kiesel rasch abgetragen worden. Hiebei wurden
Konglomeratbänke oft derart unterhöhlt, dass sie ihrer Unterlage beraubt, abbrachen und heute in geeigneter Lage an Berghängen liegen.
Die Urdonau querte die Region und floss bei Mistelbach in den pannonischen See, der sich im Zuge der allmählichen Verlandung des Kontinents ruckweise entleerte. Sobald sich der Spiegel senkte, passte
die Donau ihren Lauf an und vertiefte ihr Bett.
Auf die jeweilige Donaustromebene weisen die verschiedenen bestehenden Terrassen hin (zwischen ca. 160 m und 380 m Seehöhe)
In der Eiszeit haben die Wogen der Donau den Wagram noch unterwaschen und so verdankt er auch dieser Zeit seine heutige mauerähnliche Form.
Durch die Landhebung und -senkungen in der Eiszeit wurde schon ein gewisses Landschaftsbild geprägt, welches für Tier- und Pflanzenwelt und auch für die Anlage von Siedlungen grundlegend war. Das
Meer hat sich allmählich nach Nordosten zurückgezogen. Einige größere Seen waren zurückgeblieben, bis auch sie der Versandung verfielen. Die abrinnenden Tagwässer vereinigten sich zu einem Strom, der
sie dem schwindenden Meer zuführte.
Der Bienenfresser: seit einigen Jahren wieder in den Lößwällen des Wagrams beheimatet.